Original im Detail

Die uhrmacherische Meisterleistung der Manufaktur offenbart sich in den typischen Konstruktionsmerkmalen einer Glashütte Original, die stets durch den Saphirglasboden zu betrachten sind.

Ob es sich dabei um die traditionelle Glashütter Dreiviertelplatine handelt, mit ihren charakteristischen, durch drei Schrauben gehaltenen Goldchatons, oder die markante Schraubenunruh mit filigranen Goldgewichtsschrauben in Verbindung mit der typischen Schwanenhals-Feinregulierung oder der Duplex-Schwanenhals-Feinregulierung: im Detail zeigt sich wahre Uhrmacherkunst.

Die hochfeine Vollendung der Uhrwerksteile, die in aufwändiger Handarbeit durchgeführt wird, ist dabei selbstverständliche Pflicht eines ausgeprägten Qualitätsdenkens – ganz in der Tradition der alten Meister. Und so ist eine Glashütte Original mehr als eine mechanische Uhr. Vielmehr ist sie ein Kunstwerk mit Funktion, das seinen Besitzer anregt, kurz zu verharren und bei jedem Blick auf ihren feinen Mechanismus ein Stück unvergänglicher Freude zu erfahren.

  • Glashütter DreiviertelplatineGlashütter Dreiviertelplatine

    Glashütter Dreiviertelplatine

    Die Glashütter Dreiviertelplatine ist eine durch das Bodenglas sichtbare Brücke, in der alle Lagersteine sitzen. Anders als bei den Schweizer Uhrwerken wurden in Glashütte traditionell alle Lagerstellen in einer einzigen Räderbrücke untergebracht, die Dreiviertel der Werkfläche bedeckt und beherbergt alle beweglichen Teile, vom Federhaus bis zum Ankerrad.

    Allein die Unruhlagerung wurde mit einem eigenen Kloben ausgestattet. Dies bedeutete zwar eine erhöhte Anforderung an die Fertigungsgenauigkeit (konstanter Abstand der Lagerpunkte zueinander) und Montage, zugleich entstand aber ein höchst stabiles Konstruktionsprinzip, das bis heute in Glashütte angewandt wird.

    Die Dreiviertelplatine findet seit 1864 Verwendung im Glashütter Uhrenbau.

  • Glashütter StreifenschliffGlashütter Streifenschliff

    Glashütter Streifenschliff

    Der Glashütter Streifenschliff ist ein feiner, regelmäßiger, streifenförmiger Schliff zur Dekoration des Uhrwerkes, der in einem aufwändigen Verfahren auf der Platine, der Räderbrücke oder dem Unruhkloben aufgebracht wird.

  • AnglierungAnglierung

    Anglierung

    Bei diesem traditionellen uhrmacherischen Verfahren werden die Kanten von bearbeiteten Metalloberflächen im Winkel von 45° bei vollkommen gleich bleibender Breite der Brechungskanten von Hand mittels eines Stahlstiftes gebrochen.

    Dadurch entstehen nicht nur zierende hochglänzende Kanten, das Material wird verdichtet und ist somit resistenter gegen äußere Einflüsse wie z. B. Luftfeuchtigkeit.

  • SchraubenunruhSchraubenunruh

    Schraubenunruh

    Das Herz der Uhr, die Unruh, ist ein Schwingsystem, das aus Unruhring, Unruhwelle, Doppelscheibe und Spirale besteht. Sie ist quasi das Herz der Uhr und reguliert durch ihre Schwingungen den Ablauf des Räderwerkes.

    Bei der Glashütte Original Schraubenunruh dreht der versierte Uhrmacher unter dem Mikroskop 18 Schrauben mit einem Gewinde von 0,35 mm in den Unruhreifen ein. Danach wird die Unruhwelle eingenietet und die Doppelrolle aufgedrückt. Beim folgenden „Auswuchten“ auf bis zu 2 μg/cm genau wird auf der Unterseite des Unruhreifs eine kleine Nut entsprechend der Stärke der Unwucht gefräst. Unruh und Spirale werden stets maßgeblich ihrem Trägheits- und Elastizitätsmoment klassifiziert und optimal gepaart.

  • Schwanenhals-FeinregulierungSchwanenhals-Feinregulierung

    Schwanenhals-Feinregulierung

    Die Schwanenhalsfeinregulierung ist ein Stellmechanismus zur Feinregulierung der Uhr. Ihren Namen verdankt sie der Stahlfeder, die in der Form eines Schwanenhalses ausgebildet ist. Die Feinregulierung besteht aus Rückerzeiger und Stahlfeder.

    Die Schwanenhalsfeder drückt gegen den Rückerzeiger und ermöglicht so kleinste Korrekturen zum exakten Gang der Uhr. Durch Drehen einer seitlich eingesetzten Schraube kann der Rückerzeiger in seiner Position entsprechend des gewünschten Ganges verändert werden. Dabei erzeugt die Feder das notwendige Rückstellmoment zur genauen Justierung des Rückerzeigers.

    Die nur 7,8 mm lange, 3,4 mm breite und 0,54 mm hohe Schwanenhalsfeder wird manuell durch die bis zu einer halben Stunde dauernde Zinnflachpolitur auf Hochglanz gebracht.

  • HandgravurenHandgravuren

    Handgravuren

    Manufakturanspruch bis ins letzte Detail: jeder der handgravierten (Unruh-)Kloben und Unruhbrücken ist ein Unikat. Die hohe Kunst besteht darin, ein Muster ohne Vorlage auf kleinstem Raum zu gravieren. Nach dem Vernickeln und dem anschließenden Vergolden der Kloben und Brücken werden die zarten Vertiefungen der Gravur unter dem Mikroskop mit einem speziellen Schutzlack ausgefüllt. Durch Rhodinierung erhalten die Teile nun ihre silberne Farbe, während die Gravuren nach dem Entfernen der Lackschicht in Gold erstrahlen.

  • Gebläute SchraubenGebläute Schrauben

    Gebläute Schrauben

    Winzige Schrauben aus Stahl werden in Handarbeit auf Hochglanz poliert und anschließend in einer offenen Flamme auf etwa 290°C erhitzt („ Anlassen“). Nacheinander nehmen die Schrauben Gelb-, Braun-, Rot- und Violett-Töne an, bis sie ihre dauerhafte tiefblaue schimmernde Farbe erhalten. Darüber hinaus stellt diese eine schützende Oxidschicht dar.

  • Verschraubte GoldchatonsVerschraubte Goldchatons

    Verschraubte Goldchatons

    Bei hochwertigen Uhrwerken sind die Rubine als Lagersteine traditionell in verschraubte Chatons eingefasst. Das Chaton ist ein edles Futter aus 750/000 Gold, das in die Ausdrehungen der Räderbrücke eingesetzt und mit zwei oder drei gebläuten Schrauben fixiert wird. Das Chaton darf nicht hervorstehen und auch nicht in der Bohrung zurückliegen.

  • PerlierungPerlierung

    Perlierung

    Die Perlierung ist eine typische Glashütter Oberflächenverzierung, bei der ineinander verlaufende perlenförmige Kreisschliffe mit Hilfe eines rotierenden Gummistiftes und eines speziellen Diamantstaubes per Hand auf der Oberfläche aufgebracht werden.

    Sie findet in aller Regel dort Verwendung, wo keine oder tiefe plane Flächen zur Verfügung stehen. Dies sind zum Beispiel: innenseitig die Räderwerksplatinen oder die Außenseite der Werkplatine zifferblattseitig.

Traditionelle Merkmale