Glashütte Original Zifferblattmanufaktur

Zweifellos ist die Herstellung von Zifferblättern eine der schwierigsten Aufgaben bei der Fertigung hochwertiger Uhren. Neben Kreativität und höchster Perfektion sind im Herstellungsprozess größte Sorgfalt und Aufmerksamkeit unverzichtbar. Insofern kommt der Zifferblattherstellung bei Glashütte Original ein besonderer Stellenwert zu. Die einzigartigen Zifferblätter entstehen im rund 600 Kilometer entfernten Pforzheim, in der zum Unternehmen zugehörigen Zifferblattmanufaktur.

Lange vor den Gesprächen mit den Zifferblattherstellern haben die Produktdesigner von Glashütte Original bereits viele Stunden mit Entwürfen und der Abstimmung über die finalen Zeichnungen mit anderen Abteilungen, wie Marketing und Vertrieb, verbracht.

Stehen Design und Materialien für ein bestimmtes Zifferblatt fest, kümmert sich ein Team aus Goldschmieden und Zifferblatt-Spezialisten um die Einrichtung des Verfahrens für die Fertigung.

Die Zifferblattmanufaktur von Glashütte Original ist einer der wenigen Hersteller, die ihre Rohlinge selbst anfertigen. Je nach Zifferblatt bestehen diese aus edlen Werkstoffen wie Gelbgold, Weißgold und Sterlingsilber oder aus traditionellen Uhrmachermaterialien wie Neusilber und Messing.

Alle Maße des Zifferblatts beziehen sich auf das Gangwerk, mit dem es später kombiniert wird. Deshalb unterliegen die Abmessungen einer Toleranz von zwei Hundertstel Millimeter. Zifferblätter sind durchschnittlich 0,8 Millimeter stark.

Spezialausführungen, wie beispielsweise Zifferblätter aus zerbrechlichem Perlmutt, bestehen jedoch in der Regel aus einer 0,4 Millimeter starken Grundplatte aus Metall und einer darauf fixierten 0,4 Millimeter starken Schicht aus organischem Material.

Der größte Teil des Fertigungsprozesses eines Zifferblatts wird von Hand ausgeführt. Ob es sich dabei um das Setzen von Appliken, dem Auftragen von Super-LumiNova-Leuchtmasse auf Applikstäbchen handelt oder die Überwachung des Aufbringens von Schliffen.

So werden die blauen Zifferblätter der Seventies Panoramadatum mit einem Sonnenschliff versehen, der mittels rotierender Messingbürsten aufgebracht wird. Diese Herstellung setzt große Erfahrung voraus.

Wenn das Ausgangsmaterial vollkommen ist, erhält das Zifferblatt per Lackierung oder Galvanisierung einen Farbauftrag.

Die so aufgetragenen Farben werden in einem Ofen der Galvanikabteilung bei 110 bis 140 Grad Celsius – je nach Farbe und gewünschter Farbtiefe – für ein bis zwei Stunden eingebrannt.

Einer der letzten und schwierigsten Bearbeitungsschritte benötigt langjährige Erfahrung: das Bedrucken. Bei einigen Zifferblättern wie beispielsweise dem Senator Observer, werden die Teilstriche und Ziffern aufgedruckt statt appliziert.

Dies erfolgt im sogenannten Tampon-Druckverfahren. Dabei nimmt ein „Ballon“ aus Silikon oder Gummi Farbe von einem Negativ-Stich auf und drückt sie dann wie einen Stempel als Bild auf das Zifferblatt.

Bis ein Zifferblatt als vollendet gilt, wird es im Rahmen der Fertigung sechs Qualitätsprüfungen unterzogen. Alles in allem durchläuft ein Zifferblatt mit seinen zahlreichen Details um die 75 Arbeitsschritte, bevor es als vollkommen gilt und einem Zeitmesser von Glashütte Original sein Gesicht gibt.